Google: Ägypter können via Telefon twittern

Und weiter geht es mit Googles beinahe schon unheimlicher Philanthropie.  Da die Lage in Ägypten noch immer sehr instabil und kritisch ist, bleiben natürlich auch die Kommunikationswege der Opposition weiterhin recht eingeschränkt. Internet und Mobilfunknetz sind weiterhin lahmgelegt, so dass die Demonstranten auch in dieser Woche auf Organisationsmedien wie Facebook, Twitter und SMS verzichten müssen.

Doch Google bietet jetzt in Kooperation mit Twitter und SayNow eine alternative Lösung an. Diese nennt sich Speak2Tweet und funktioniert folgendermaßen: per Festnetztelefon können Nachrichten bei Twitter gepostet werden. Die Meldungen werden als Sprachnachrichten bei drei internationalen Rufnummern aufgegeben und anschließend bei SayNow im Internet gespeichert. Der Link zur Sprachdatei wird dann – markiert mit dem Hashtag “#egypt” – bei Twitter veröffentlicht. Die Nachrichten können dann wiederum auf der “SayNow”-Website und per Telefon abgehört werden.

Die offizielle Begründung auf dem Firmenblog von Google lautet übrigens: “Wie viele andere Menschen haben wir die Nachrichten aus Ägypten gebannt verfolgt, und wir haben uns überlegt, was wir unternehmen können, um den Menschen im Land zu helfen.”

Das ist in vielerlei Hinsicht ein bemerkenswertes Statement, denn immerhin hat sich Google (damals noch unter Schmidts Führung) bspw. in China ganz anders verhalten. Manche Analysten deuten dies bereits als ein Zeichen für eine mögliche Rückkehr von Brin und Page zu den Wurzeln, d.h. zur früheren Firmenpolitik unter dem Motto “Don´t be evil”. Aber das ist Firmenpolitik. Die wirklich wichtigen Entwicklungen finden unterdessen ganz woanders statt…

eNetworking: Ägypten ist offline

Die ägyptische Regierung hat ihre Drohung wahr gemacht und das Land in den kollektiven Offline-Modus versetzt.

Es gibt so gut wie kein Internet mehr, sprich Facebook, Twitter, E-Mail Dienste usw. stehen den Protestierenden nicht mehr zur Verfügung. SMS übrigens auch nicht. Versucht man bspw. die Website des ägyptischen Service Providers Internet Egypt aufzurufen (was mir in so einer Situation durchaus passend erscheint), bekommt man folgende Meldung zu lesen:

Für eine Übersicht zur Gesamtlage und weiteren Details leite ich euch an dieser Stelle wie immer an meinen hochgeschätzten Blogger-Kollegen Jürgen Vielmeier weiter: HIER!

Grafik: Arbor Networks via Basic Thinking