Mal ehrlich: Die meisten von uns sind doch ständig irgendwie vernetzt. Sitzen wir nicht am PC oder haben unseren Laptop auf dem Schoß, dann haben wir doch wenigstens immer ein Handy dabei, das wir als Sprachrohr in die Welt nutzen können. Das ist eine Entwicklung, die die Zeit mit sich gebracht hat. Ob man das nun gut findet oder nicht, ist jedem selbst überlassen.
Die spannende Frage dahinter ist aber, wie wir unser Verhalten durch die Technik verändern. Da gibt es einerseits den Ansatz, dass wir eine Technologie durch die andere ersetzen. Denkbar ist das beispielsweise beim Handy, dass das Festnetztelefon in weiten Teil abgelöst hat. Oder auch beim iPad, das sich anschickt, den Laptop überflüssig zu machen.
Das Smartphone als Diätenplaner
Eine andere Frage ist: Wie verändert die Art und Weise, wie wir die Technologien nutzen unser Leben? Das Stichwort in diesem Zusammenhang ist persuasive technology, also überzeugende Technologie. Darunter versteht man Technologie, die unser Verhalten ändert, ohne uns zu manipulieren oder ohne, dass dies unbewusst geschieht. Ein simples Beispiel ist die Rechtschreibkontrolle in Textverarbeitungssoftware. Sehen wir ein Wort rot unterstrichen, schauen wir genauer hin und suchen den Fehler – oder lassen ihn uns gleich anzeigen und automatisch korrigieren.
Mit den neusten Geräten wächst das Potenzial für persuasive technology. Tablets und Smartphones begleiten uns fast überall hin und haben unsere wichtigsten Daten parat. Durch die Möglichkeit, Apps zu installieren, können wir die Geräte unseren Bedürfnissen anpassen. Ein kleines Programm, das uns automatisch sagt, wann wir einen Termin haben oder das uns an unseren Diätplan erinnert? Kein Problem mehr.
Bestimmt Technologie bald unser Leben?
Self-Monitoring, also Selbst-Beobachtung, heißt das in der Fachsprache. In diesem Fall fungieren die Geräte als kleine Assistenten, die unser Verhalten überwachen und uns auf Sachen oder Verhaltensweisen hinweist. Kommt das oft genug vor, konditionieren uns die Geräte sogar und verändern unser Verhalten nachhaltig.
Bei allen Vorteilen die diese Technik bieten mag, erschreckend kann sie schon sein. Zwar müssen wir wahrscheinlich keine Angst haben, dass irgendwann die Maschinen unser Leben bestimmen, so gibt es doch beim Datenschutz bedenken. Schließlich geben wir Daten über unser Verhalten in die Hände von Programmen – und damit auch an private Firmen. Erst wenn garantiert wird, dass sie dort sicher sind, kann wohl der nächste große Schritt der persuasive technology erfolgen.








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