Für viele Studenten ist es ein finanzieller Anker in der Uni-See. 40 Jahre wird es alt und wir wollten mal genauer über die Schwächen und Stärken des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (kurz: BAföG) nachdenken.
Trotz dem verhassten Papierkram bei der Beantragung sind doch manche Studenten beim Blick auf den Kontostand froh, dass es BAföG gibt. Doch was ist top und wo gibt es Verbesserungspotenzial?
Pluspunkte:
- Einen dicken Pluspunkt verdient auf jeden Fall die Grundidee „Bildung für Schlaue, nicht nur für Reiche”. Sie bildet einen Ansatz für soziale Gerechtigkeit und geht auf das Prinzip von Deutschland als Sozialstaat zurück.
- Insgesamt wurden durch BAföG 4 Mio. Studenten unterstützt. Im Jahre der Einführung 1971 konnten 45% der Studierenden davon profitieren.
Minuspunkte:
- Trotz der guten Grundidee, sozialschwache Studierende zu unterstützen, studieren vorwiegend Kinder von Akademikern. 1882 kamen 23% der Studenten aus sozialschwachen Gruppen. Im Jahr 2010 ist die Zahl bis zu 15% gesunken (dazu die Studie der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks). Zusätzlich zur finanziellen Unterstützung ist mittlerweile also auch Überzeugungsarbeit von Nöten.
- Ein weiterer Minuspunkt ist das Versäumnis einer längst nötigen Anpassung an die steigenden Lebenshaltungskosten. Dabei sollte auch der Freibetrag der Eltern berücksichtigt werden! Die 10% Erhöhung von 2007 war nur ein längst überfälliger Nachtrag von 2002 (man beachte die lange Spanne von fünf Jahren) und die kleine Erhöhung 2010 von 5% ist eher ein Tropfen auf den heißen Stein.
Fazit: Es herrscht Gleichstand von 2:2
Sollte der Anspruch zur Förderung von Studenten nicht höher liegen, oder verlassen wir uns auf ein viel zu veraltetes Staatsbild? Um das herauszufinden wollten wir mal über den Tellerrand schauen und zusammenfassen, wie andere Länder für ihre Studenten sorgen.
3 Beispiele:
- In Dänemark erhalten Studenten ein staatliche Förderung von 310€ monatlich, wenn sie bei den Eltern leben, und 610€ auswärtig. Diese Förderung mit dem Namen „Statens Uddannelsesstoette“ erhalten 93% aller dänischen Studenten (Im Vergleich zu Deutschland mit ca. 25% der Studenten).
- In Australien erhalten die Studenten ein zinsloses Darlehen, was erst zurückgezahlt werden muss, wenn man das Mindesteinkommen von 12.400 Euro Brutto-Jahreseinkommen erreicht hat. Das System nennt sich Higher Education Contribution Scheme (HECS).
- In den Vereinigten Staaten von Amerika steigt die Studiengebühr stetig weiter und ist längst total überproportional zum Durchschnittseinkommen. Die Studiengebühren belaufen sich auf Beträge zwischen 3.000 und ca. 40.000 US-Dollar pro Jahr. Förderungsmöglichkeiten gibt es kaum, was dazu führt, dass Berufseinsteiger stark verschuldet sind.
Gar keine Studiengebühren und somit kaum Bedarf an Förderung gibt es aber auch zum Beispiel in Irland, Kuba, Schweden oder Finnland. Oder ihr lernt einfach online. Lecturio hat auch jede Menge Gratis-Vorlesungen.

