Zeit für einen Neuanfang

Im Leben eines Startups kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man nicht nur fortlaufende Verbesserungen vornehmen möchte, sondern ein paar Dinge grundsätzlich anders gestalten will und muss. Für unser Weblog ist dieser Moment nun gekommen.

In der Vergangenheit haben wir uns in diesem Weblog vor allem darum bemüht, wertvolle Tipps für die Jobsuche und die ersten Schritte in der eigenen Karriere zu geben. Parallel dazu haben wir für euch nach interessanten Nachrichten aus der großen, weiten Welt von Wissenschaft, Forschung und Bildung gesucht und über diese hier geschrieben. Dabei haben wir einen durchaus bunten Mix, vom deutschen Hogwarts bis hin zu Entenpenissen in der Forschung, als Themen behandelt.

Zukünftig soll sich dieses Weblog allerdings anderen Themen widmen. Das hat verschiedene Gründe:

  1. Ein Großteil unserer Nutzer ist mittlerweile nicht mehr Student – sondern voll berufstätig. Immer mehr Kunden bilden sich mit Lecturio berufsbegleitend weiter, sei es mit Kursen zu Software-Themen wie Adobe Photoshop, HTML & CSS oder Cinema 4D oder sei es mit Soft-Skill-Aspekten wie Speed Reading, Verhandlungsführung oder Zeitmanagement. Wir möchten auch diesen Nutzern auf diesem Blog nutzbringende und wertvolle Inhalte vermitteln.
  2.  Unser Kursangebot ist mittlerweile so stark gewachsen, dass wir auch außerhalb der Lecturio-Plattform besondere Kurse intensiver vorstellen wollen. Pro Woche enstehen in unseren beiden Studios sowie bei Präsenzveranstaltungen und Vorträgen in ganz Deutschland rund 30 Stunden neuer Lern-Content.
  3. Nachdem unsere Plattform-Startseite in neuem Glanz erstrahlt, kam uns das bisherige Weblog-Design, nun ja, ziemlich hässlich vor. Von daher soll diese neue Version nicht nur – wie bisher die alte – dem Hirn, sondern auch dem Auge des Betrachters ein wenig mehr schmeicheln.

Da ein Weblog kein statisches Produkt ist, sondern ein dynamisches, interessiert uns natürlich auch eure Meinung. Welche Themen möchtet ihr hier zukünftig sehen? Sollen wir uns kürzer fassen – oder noch mehr ins Detail gehen? Würden euch zum Beispiel Interviews mit unseren Dozenten interessieren? Lasst es uns wissen – wir freuen uns auf eure Kommentare!

Drei Schritte zum erfolgreichen Wissenstransfer

Der erfolgreiche Wissenstransfer hat für jedes Unternehmen eine entscheidende Bedeutung. Foto:  Anika Möbus/jugendfotos.de

Der erfolgreiche Wissenstransfer hat für jedes Unternehmen eine entscheidende Bedeutung. Foto: Anika Möbus/jugendfotos.de

Es kommt oft genug vor, dass ein Mitarbeiter ein Unternehmen verlässt. Sei es, weil er in Rente geht, gekündigt wird oder den Arbeitgeber wechselt. Neben seiner Arbeitskraft nimmt er auch noch etwas anderes mit: Wissen. Je nachdem wie viel Verantwortung er im Unternehmen hatte, hat er auch unterschiedliche Prozesse begleitet und verschiedene Aufgaben ausgeführt. Dabei hat der Angestellte auch immer eine persönliche Note eingebracht – die mit ihm verloren geht.

Diesen Verlust so gering wie möglich zu halten, ist die große Herausforderung für jedes Unternehmen. Schließlich macht das Schlagwort Wissensgesellschaft auch nicht vor Firmen halt. Daher muss ein ausgereifter Wissenstransfer stattfinden. Der lässt sich aber nicht immer generalisieren.

Wissen als Landkarte

Stattdessen müssen Unternehmen für jede Position, die neu besetzt wird, einen geeigneten Weg finden, um das Wissen des Vorgängers zu bewahren. Grundlegend empfehlen Experten aber drei Phasen für einen gelungenen Wissenstransfer. Auf business-wissen.de schlägt Benno Ackermann, Senior Knowledge Manager im Global Knowledge Management Competence Center der Credit Suisse, vor, als erstes eine Wissenslandkarte durch den Mitarbeiter erstellen zu lassen. In diesem Schritt wird das Wissen festgelegt, das weitergegeben werden muss. Er ist somit entscheidend und sollte daher so detailliert wie möglich sein.

Stufe zwei sieht den eigentlichen Transfer vor. Hier wird das Wissen an den Nachfolger weitergegeben. Das funktioniert beispielsweise durch paralleles Arbeiten. So können Erfahrungen on the job vermittelt werden. Ist das jedoch nicht möglich, muss das Unternehmen einen anderen Weg finden.

In der Praxis gibt es zahlreiche Beispiele, wie Wissen im Unternehmen gehalten werden kann. Eine Möglichkeit sind beispielsweise Wikis im Intranet. Hier kann zu jeder Position ein Beitrag erstellt werden, der die Aufgaben beschreibt und die Besonderheiten herausstellt. Außerdem helfen auch Visualisierungen, um Kontextinformationen besser abbilden zu können. Das können unter anderem Bilder oder Mind-Maps sein.

Ein Handbuch für den Wechsel

Aber egal welchen Weg man wählt, entscheidend ist der Wille der Mitarbeiter, ihr Wissen preiszugeben. Das stellt auch Thorsten Lieder in einem seiner Beiträge fest: „Häufig ist festzustellen, dass Mitarbeiter regelrecht auf ihrem Wissen ‘sitzen’ und somit die Transparenz behindern.“ Damit das nicht passiert, sollte Wissensmanagement transparent und von jedem in der Firma betrieben werden. Also nicht nur vom einfachen Angestellten, sondern auch vom Abteilungsleiter und dem Geschäftsführer.

So steige auch die Akzeptanz für Schritt drei. Hier geht es darum, „das Erfahrungswissen des Vorgängers, soweit sinnvoll und mit vertretbarem Aufwand machbar, in niedergeschriebenes, explizites Wissen“ umzuwandeln. Ackermann empfiehlt dazu eine Art Journal des Wissenstransfers, in dem alles Wichtige geschrieben steht. Auch wenn das etwas Aufwand ist: Spätestens beim nächsten Personalwechsel kann dieses Dokument wieder beim Wissenstransfer genutzt werden.

Wer braucht schon Motivation? Mach es!

Man braucht nicht unbedingt Motivation. Manchmal reicht es aus, die Arbeit einfach zu machen. Foto: Christopher Colditz/jugendfotos.de

Man braucht nicht unbedingt Motivation. Manchmal reicht es aus, die Arbeit einfach zu machen. Foto: Christopher Colditz/jugendfotos.de

Mittwoch haben wir euch davon berichtet, wie ihr euch motiviert, um eure Ziele zu erreichen. Auf 99u.com sind wir auf einen interessanten Beitrag gestoßen, der das Thema Motivation aufgreift und von einem ganz anderen Standpunkt aus beleuchtet. Seine These: Oft fehlt es nicht an der Motivation. Wir denken nur, dass wir motiviert sein müssten. Deswegen seien Motivationshilfen auch oft wenig nützlich. Bei ihnen geht es nicht darum, wie man etwas macht, sondern wie man in die Stimmung kommt, es zu machen.

Dabei stützt sich der Beitrag nicht auf ein Gefühl, sondern auf eine wissenschaftliche Untersuchung des Harvard-Psychologen Daniel Wegner. Demnach sei es zum Teil kontraproduktiv, uns immer selbst motivieren zu wollen. Auf 99u.com heißt es dazu:

By internalizing the idea that you need to ‘get motivated’, you’ve inadvertently placed an additional hurdle between where you are and where you want to be. Now you don’t merely have to accomplish certain tasks. You’ve set yourself the much harder task of feeling like doing them, too.

Durchatmen, spazieren gehen, machen!

Das soll heißen: Wer immer die Vorstellung hat, er müsse sich motivieren, der baut eine zusätzliche Hürde zwischen dem jetzigen Standpunkt und dem gewünschten Ziel auf. Das macht die Sache nicht leichter.

Oliver Burkeman, Autor des Beitrags, schlägt eine andere Herangehensweise vor: „Don’t wait until you feel like doing something.“ Selbst wenn ihr keine Lust habt, etwas zu machen und deswegen schlecht gelaunt seid, rät er: Macht es einfach! Oft reicht es schon, wenn man kurz Abstand von der Arbeit nimmt, ein paar Mal tief durchatmet oder einen Spaziergang macht.

Mit der Unlust leben und sie nicht bekämpfen

Selbst wenn die schlechten Gefühle und der Unwille zur Arbeit noch immer da sind, sollte man sich ans Werk machen. Diese Gefühle würden dann früher oder später verschwinden, erklärt Burkeman. Und selbst wenn nicht, ist man wenigsten mit der Aufgabe vorangekommen.

Mit diesem sogenannten Morita-Ansatz, der aus dem Buddhismus kommt, sollen selbst die größten Prokrastinierer erfolgreich werden. Es geht darum, dass man seine Neurosen, Ängste und Eigenarten nicht bekämpft, sondern lernt, damit zu leben. So auch mit dem Unwillen, etwas zu tun. Anstatt daran zu arbeiten, kein fauler Mensch mehr zu sein, sollte man sich eingestehen, dass man nicht unbedingt der Fleißigste ist, dafür aber einfach seine Aufgaben machen.

Dieser Ansatz steht im kompletten Gegensatz zu den Motivationstricks, die wir euch am Mittwoch vorgestellt haben. Wir wollten ihn euch aber dennoch nicht vorenthalten. Schließlich steht Lecturio für individuelles Lernen.

Lecturio in neuem Gewand – wir haben umgestaltet!

Homepage-Relaunch bei Lecturio - so sieht die neue Seite aus

Homepage-Relaunch bei Lecturio – so sieht die neue Seite aus

Endlich ist es soweit, unser Homepage-Relaunch ist abgeschlossen. Die Entwickler haben Blut und Wasser geschwitzt, um die Oberfläche, aber vor allem auch die Funktionalität zu verbessern. Jetzt erstrahlt die Seite in einem neuen Licht, schick und modern mit klarer Struktur und Navigation.

Wir haben bei der Neugestaltung jede Menge ausgemistet und ermöglichen euch gleich am Seitenanfang einen kurzen Überblick über unser Angebot. Ihr könnt auf einen Blick erkennen, was wir machen und wie wir euch damit helfen können.

In den Fokus der Homepage sind unsere Themenbereiche Jura, Medizin, Wirtschaftswissenschaften, Software und Musik gerückt. Interne Tests haben ergeben, dass es für euch am wichtigsten ist, einen schnellen Einstieg in euren persönlichen Interessenbereich zu finden. Jetzt gelangt ihr mit nur einem Klick in das gewünschte Gebiet und könnt sofort mit dem Lernen loslegen.

Danach befindet ihr euch inmitten unserer meistgekauften Bestseller-Kurse. Hier findet ihr einen direkten Zugang zu den Komplettlösungen für Studienabsolventen der Fächer Jura und Medizin sowie für Heilpraktiker, Professionals, GMAT-Kandidaten und Wirtschaftswissenschaftler.

Mit unserer Volltextsuche könnt ihr gezielt nach speziellen Kursen und Themen suchen. So findet ihr in Sekundenschnelle, was ihr sucht. Neu ist, dass sofort auf der Startseite aktuelle Angebote und die frisch online gestellten Kurse zu sehen sind.

Bis jetzt ist unsere Neugestaltung auf die eigentliche Homepage beschränkt. Nach einigen weiteren Tests werden nacheinander alle Unterseiten dem Beispiel der Homepage folgen und euch so schnell und elegant zu euren gewünschten Onlinekursen führen.

Persönliche Motivation: Hohe Ziele setzen – und erreichen

Wer hoch hinaus will, muss sich auch hohe Standards setzen. Foto: John Bauer/jugendfotos.de

Wer hoch hinaus will, muss sich auch hohe Standards setzen. Foto: John Bauer/jugendfotos.de

Es gibt oft genug diese Tage, an denen man sich nur wie ein kleines Rädchen in einem großen Uhrwerk fühlt und denkt, man sei für ein Leben in der Bedeutungslosigkeit bestimmt. Das muss aber nicht sein. Jeder kann etwas bewegen – wenn er die richtige Einstellung hat. Das denkt zumindest Randall Degges auf livehacker.com.

Sein Geheimtipp für den großen Erfolg: Hohe Ansprüche an sich selbst haben. Allen Pessimisten erteilt er eine Absage: „By constantly thinking down on yourself, you’re conditioning yourself to accept lower standards and mediocrity—the exact opposite of what you want to accomplish.“ Wer ständig schlecht von sich denke, würde sich an einen geringeren Standard gewöhnen. Dieser ist dann das genaue Gegenteil von dem, was man will. Um eine bessere Person zu werden, stellt der Programmierer und Unternehmer Degges drei wichtige Regeln auf:

  • du musst dich ständig überwinden, um mehr zu erreichen
  • du musst dich besser verhalten
  • du musst lernen, die Version deines alten Ichs zu übertreffen

Sich selbst respektieren

Um sich selbst zu verbessern, empfiehlt Degges zu Beginn eine Liste mit seinen persönlichen Zielen zu erstellen, die die folgenden Kategorien enthalten sollte:

  • Eigenschaften, die ich gerne hätte
  • Wege, wie ich mich gerne verhalten würde
  • Menschen, die ich respektiere

Das funktioniere für eine Vielzahl von Zielen, so Degges. Beispielsweise könnte es der Wunsch sein, ein besserer Zuhörer zu werden, aber auch die körperliche Ausdauer zu trainieren.

Wer sein Wunsch-Ich erst einmal genau definiert hat, dem fällt es auch leichter darauf hinzuarbeiten. Zudem soll man sich selbst dafür respektieren, dass man nach Höherem strebt. Das ist ein zusätzlicher Motivationsturbo. Und mit dem Extra an Selbstrespekt falle es uns leicht, die schwierigen Entscheidungen im Leben zu treffen, die uns entweder nach vorne bringen oder zurückwerfen, so Degges.

Idiotisches Psychogebrabbel“

Sein Beitrag ist als Hilfe für Leute gedacht, die Probleme haben, sich zu motivieren und Ziele zu erreichen. In den Kommentaren tauchen aber auch kritische Stimmen auf. Boy_clarke schreibt beispielsweise:

„Holding oneself up to impossible achievements, comparing oneself to others that you regard as ‘better’, and constantly looking at yourself and how much better you could be in the future are a recipe for clinical depression.“

Nutzer erlstdoof findet sogar noch deutlichere Worte für Degges Empfehlungen:

„I’ve carefully considered this article and the more I read it the more it becomes just a load of idiotic psychobabble. So I’ll pass on this one.“

Wie man ein besserer Mensch wird ist also umstritten. Aber das ist ja nachvollziehbar, schließlich sind wir alle Individuen. Degges Vorschlag finden wir im Prinzip aber gut: Ziele setzen, an denen man sich orientieren kann und die für Motivation sorgen. Weitere hilfreiche Tipps zur Motivation gibt auch unser Dozent Stefan Küthe in seinem Motivationstraining.

Auch kurze Unterbrechungen stören die Konzentration

Schon eine kurze Ablenkung kann uns aus dem Konzept bringen. Foto: Alexander Franke/jugendfotos.de

Schon eine kurze Ablenkung kann uns aus dem Konzept bringen. Foto: Alexander Franke/jugendfotos.de

Schon das Aufpoppen einer E-Mail in der Ecke des Bildschirms oder ein vibrierendes Handy können uns ganz schön ablenken. Das ist nicht nur ein Gefühl, sondern bestätigt auch eine Studie von der Michigan State University in den USA. Dabei wurden 300 Teilnehmer gebeten, aufeinanderfolgende Aufgaben zu verrichten – und wurden immer wieder dabei unterbrochen. Das Ergebnis: Störungen von nur drei Sekunden verdoppeln die Fehlerquote.

Es reicht also aus, wenn der Kollege kurz den Kopf durch die Tür schiebt und etwas fragt oder wenn das E-Mail-Programm keine Ruhe geben möchte. Die Konsequenzen können erschreckend sein, je nachdem, welche Aufgabe gerade bearbeitet wird. „Das kann bedeuten, dass unsere Gesundheit und Sicherheit in Gefahr ist, wenn die Leute, die dafür verantwortlich sind, gestört wurden“, sagt Erik Altmann, Leiter der Studie.

Er nennt auch den Grund, warum die Fehlerrate in die Höhe stieg: „Wenn die Teilnehmer unterbrochen wurden, mussten sie ihre Aufmerksamkeit von einer Aufgabe auf die andere umlenken. Selbst kurze Momente reichen da aus, um Prozesse, die Konzentration erfordern, zu unterbrechen.“

Ein Plan bringt Ruhe ins Gehirn

Doch was bedeutet das nun für die Konzentration im Büro? Gerade Großraumbüros sind ein Ort ständiger Hintergrundgeräusche. Altmann rät das Handy auszuschalten, wenn ein Projekt in die kritische Phase geht. Auf Zeit.de finden sich zudem noch andere Tipps, um seine Ruhe im Büro zu haben. Häufig können Trennwänden für etwas Privatsphäre und Stille sorgen. Auch ein kleiner Umbau, beispielsweise indem lärmende Geräte wie Kopierer und Faxgeräte an einen anderen Ort gestellt werden, kann einen positiven Einfluss auf die Konzentration haben.

Dass unser Gehirn gedanklich immer hin und her springt, ist auch der Grund, warum es sinnvoll ist, sich einen Plan zu machen, bevor man an die Arbeit geht. Listet man alles auf, schafft man sich eine Struktur und kann im Zweifelsfall schnell nachschauen, was noch gemacht werden muss. Hat man keinen Plan, springt das Gehirn immer zwischen den einzelnen Aufgaben hin und her und kann sich nur schwer konzentriere.

Übrigens: Wenn ihr lernen wollt, wie ihr eure Zeit richtig einteilt und den Arbeitsalltag optimiert, empfehlen wir euch den Kurs Professionelles Zeitmanagement von Zach Davis. Der sympathische Amerikaner erklärt, wie ihr die typischen Zeitfresser erkennt und Grundsätze für die Abarbeitung von Aufgaben schafft.

Leistungskontrolle: Lehrbuch sammelt Daten über das Lernverhalten

Lehrbücher sammeln Daten, um den Lernfortschritt zu messen. Foto: Mariesol Fumy/jugendfotos.de

Lehrbücher sammeln Daten, um den Lernfortschritt zu messen. Foto: Mariesol Fumy/jugendfotos.de

Wer etwas lernen möchte, der kommt ums Lesen nicht herum. Zwar hilft es, das Gelernte durch praktische Übungen zu festigen, die Grundlagen muss man sich meist aber anlesen. Das ist in der Schule, im Studium und bei der beruflichen Weiterbildung so. Bislang war es so, dass der Dozent seinen Schülern und Studenten vertrauen musste, wenn er sie anwies, etwas zu lesen. Durch Nachfragen konnte er zwar prüfen, ob sie den Inhalt des Textes kennen, mehr jedoch nicht. Eine US-Firma will das ändern.

Zurzeit läuft eine Testphase an mehreren US-Universitäten, die die Entwicklung der Firma Course Smart auf die Probe stellt. Das Unternehmen hat sich auf akademische E-Books spezialisiert und bietet eine Lösung an, wie Dozenten mehr über das Lese- und Lernverhalten ihrer Studenten erfahren. Der sogenannten Course Smart Engagement Index, ein Algorithmus, ist das Herzstück der Entwicklung. Er sammelt die Daten. Dazu gehört unter anderem, wie lange der Student in dem Buch liest, wie viele Seiten er umblättert, aber auch was er notiert und markiert. Daraus errechnet der Algorithmus den gesamten Lernfortschritt.

Feedback für die Autoren

Tracy Hurley, Dekanin der School of Business der Texas A&M University, die auch an der Testphase teilnimmt , nennt dieses Datensammeln in der New York Times (NYT) „wie Big Brother nur mit einer guten Absicht“. Für die Entwickler und sie liegt der Vorteil auf der Hand. Dozenten könnten frühzeitig sehen, wie der Kurs, aber auch einzelnen Teilnehmer lernen und bei großen Rückständen gezielt Studenten ansprechen. Diese kennen ihren Engagement Index übrigens nicht.

Auch für die Autoren von Lehrbüchern sehen die Macher viele Vorteile. Durch die umfassende Datensammlung gibt es ein Feedback über Inhalt und Aufbereitung der Bücher. Bei Neuauflagen könnten eventuelle Defizite so behoben werden, heißt es bei der NYT.

Sind Dozenten zu naiv?

Es gibt allerdings Bedenken, die Course Smart kritisch sehen lassen. Es ist nicht genau gesagt, was mit den Daten passiert, da sie nicht nur an die Dozenten, sondern auch die Verlage weitergeleitet werden. Auch finden sich ganz praktische Probleme: Im NYT-Artikel berichten einige Test-Studenten, dass Daten nicht richtig erfasst wurde. Beispielsweise hätten sie öfter in die Bücher geschaut als angegeben oder handschriftliche Notizen gemacht. Dadurch sei ihr Index zu unrecht verringert worden.

Auch Chris Dede, Professor für Lerntechnologien an der Universität in Harvard, ist skeptisch. Er glaubt zwar, dass Daten in Zukunft wichtig für den Unterricht sein könnten, verweist aber auf deren Qualität. Studenten könnten beispielsweise das Buch öffnen, aber etwas ganz anderes in der Zeit machen. „Die schädlichen Möglichkeiten sind enorm, wenn Lehrer naiv genug sind zu denken, dass diese Werte tatsächlich etwas über die Studenten aussagt“, wird er in der NYT zitiert.

 Dort zieht ein testender Dozent seit zwei Monaten ein Fazit. Seine Studenten würden gut in Tests und bei Aufgaben abschneiden. Normalweise würde er das als Erfolg werten. Ihr Engagement Index ist aber gering. „Vielleicht ist der Kurs zu leicht und ich muss sie etwas mehr herausfordern“, sagt er. „Oder aber die Bücher sind doch nicht so gut, wie ich dachte.

Streit um Fördergelder: Was nutzt die Erforschung von Entenpenissen?

Geld für die Erforschung von Entengenitalien obwohl der Staat sparen muss? In den USA ist darüber ein Streit entbrannt. Foto: Jennifer Serabian/jugendfotos.de

Geld für die Erforschung von Entengenitalien, obwohl der Staat sparen muss? In den USA ist darüber ein Streit entbrannt. Foto: Jennifer Serabian/jugendfotos.de

Wir haben in letzter Zeit schon öfter über ungewöhnliche Ereignisse in der Wissenschaft geschrieben, seien es sehr spezielle Studiengänge oder getanzte Doktorarbeiten. In den USA ist jetzt eine Wissenschaftlerin stark in die Kritik geraten, weil sie fast 400.000 US-Dollar an öffentlichen Fördergeldern bekommt – für die Erforschung von Entengenitalien.

Patricia Brennan heißt die Forscherin, die sich seit 2005 mit einem Team von Kollegen an der Universität in Yale den Geschlechtsteilen der Wasservögel widmet. Woran Brennan forscht, ist einigen Medien aber erst vor ein paar Tagen aufgefallen. Und das was sie da lasen, hat ihnen gar nicht gefallen. Denn: Die Erforschung von Entenpenissen sei eine Verschwendung von Steuergeldern – gerade in Zeiten von Einsparungen beim öffentlichen Haushalt. Die konservative Nachrichtenwebsite CNSNews twitterte beispielsweise:

 

Ein Blick in den Spiegel der Evolution

Viele Regierungskritiker nutzen diese Nachricht zum Obama-Bashing: Unter dem CNSNews.com-Artikel lassen sie ihrem Ärger in den Kommentaren freien Lauf. Unter anderem heißt es dort:

  • „I thought, in my advanced years, I had indeed seen every ridiculous thing our government could do. This article proves I was wrong.“ (User pyrope)
  • „so now when you say f#$^ a duck there is a government study to show you how!“ (User xkfxy7j)
  • „Evidently this is how Obama creates jobs. Throwing money to stupid studies, then adding the total enrollment of THAT particular college as NEW JOBS,!“ (User rustyheel)

Doch Brennan lässt sich von dieser Kritik nicht beirren und verteidigt ihre Forschung tapfer. Auf slate.com hat sie eine ausführliche Erklärung geschrieben und nimmt unter anderem den Obama-Kritikern damit Wind aus den Segeln. Dort schreibt sie: „My research on bird genitalia was originally funded in 2005, during the Bush administration. Thus federal support for this research cannot be connected exclusively to sequestration or the Obama presidency, as many of the conservative websites have claimed.“

Ihre Arbeit beschreibt sie als Grundlagenforschung, die nicht an einen direkten Nutzen gekoppelt sei, wodurch sie bedeutungslos erscheinen könnte. Ihr Projekt sei jedoch in einem Review-Verfahren von mehreren Wissenschaftlern begutachtet worden, die sich anschließend für eine Förderung durch die National Science Foundation (NSF) ausgesprochen haben. Dass sie Genitalien untersucht, begründet Brennan ganz einfach mit der Evolution: „Genitalia, dear readers, are where the rubber meets the road, evolutionarily. To fully understand why some individuals are more successful than others during reproduction, there may be no better place to look.“ Ein Zwischenfazit hat übrigens belegt: Die Untersuchung hat schon jetzt interessante Ergebnisse zu Tage gebracht.

Wer genauer wissen möchte, wozu Brennan und ihr Team forschen, der findet PLOS eine interessante Übersicht.

Motiviert für Mathe: Keine Frage der Intelligenz

Wer Mathe liebt, dem fällt das Fach auch leichter. Foto: Sarah Fischbach/jugendfotos.de

Wer Mathe liebt, dem fällt das Fach auch leichter. Foto: Sarah Fischbach/jugendfotos.de

Mathematik ist für viele Schüler ein Hassfach. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man nicht mehr durchblickt. Zu sagen, man sei nicht klug genug dafür ist einfach, aber falsch. Eine Studie der Unis in München und Bielefeld hat gezeigt: Erfolg beim Mathelernen hat nur bedingt mit Intelligenz zu tun. Vielmehr kommt es auf die Motivation an.

Natürlich braucht man gewisse Grundlagen, um Mathematik zu verstehen. Dafür istIntelligenz wichtig. „While intelligence as assessed by IQ tests is important in the early stages of developing mathematical competence, motivation and study skills play a more important role in students’ subsequent growth“, heißt es auf businessinsider.com.

Aus Spaß an der Sache

In einer Langzeitstudie mit über 3500 Schülern haben die Forscher untersucht, wie sich Motivation, Lernfähigkeit und Intelligenz auf die mathematischen Leistungen auswirken. Letzteres hatte eine große Bedeutung bei den ersten Schritten in der Mathematik, besonders aber die Motivation hat sich im weiteren Verlauf aber als wichtig erwiesen, wenn es um die Steigerung der Lernkurve geht. Denn beim Mathelernen kommt es nicht auf die Fähigkeit an, auswendig zu lernen, sondern hauptsächlich auf Kreativität und die Möglichkeit, Probleme und Lösungen miteinander zu verknüpfen.

Auch Spiegel Online hat über die Studie berichtet und fasst die Ergebnisse so zusammen: Kinder waren in Mathe erfolgreich,

  • „wenn sie daran glaubten, dass Anstrengung sich auszahlt,
  • wenn sie Spaß an dem Fach hatten (intrinsische Motivation) und
  • wenn sie geschickte Lernstrategien benutzten.“

Weniger nachhaltig ist hingegen, wenn sich die Kinder mit guten Noten motivieren. Das nennt man extrinsische Motivation und bringt nur kurzzeitig Erfolg beim Büffeln. Wer es hingegen aus Spaß am Fach macht, der erzielt auch langfristig Lernerfolge.

Mit Tunnelblick ins Zahlenchaos

Durch Auswendiglernen läuft man sogar Gefahr, sich in Aufgaben zu verrennen und immer nach dem gleiche Muster zu handeln – selbst wenn es offensichtlich falsch ist. Ein Beispiel ist die sogenannte Kapitänsaufgabe: Auf einem Schiff sind 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän? Wer jetzt anfängt zu rechnen, sollte sich Sorgen machen, denn die Frage kann mit den gegeben Daten gar nicht beantwortet werden. Bei einem Versuch in Frankreich haben trotzdem 76 von 97 befragten Schülern eine vermeintliche Antwort gefunden, indem sie die Zahlen aus der Aufgabe irgendwie miteinander kombiniert haben.

Wenn man jedoch mit Spaß an die Mathematik rangeht, sollte dieser Fehler wohl nicht passieren. Eines lässt die Studie aber offen: Wie man Spaß an Mathe vermittelt.

Der frühe Vogel: Schon im Studium richtig netzwerken

Wenn man vor einem Problem oder einer Herausforderung steht, dann bittet man gerne in seinem Freundeskreis um Hilfe. Und mit etwas Glück, kennt die Schwester der besten Freundin des Kommilitonen die Antwort. Ähnlich funktioniert das auch mit beruflichen Kontakten. Wer richtig netzwerkt, kann davon früher oder später profitieren. Es gibt aber einige Regeln zu beachten.

Je früher man sein Netzwerk aufbaut, desto besser. Foto: Lena Aurn/jugendfotos.de

Je früher man sein Netzwerk aufbaut, desto besser. Foto: Lena Aurn/jugendfotos.de

Man kann nicht früh genug damit anfangen, sich ein Netzwerk aufzubauen. Die Uni ist dafür ein guter Ort, denn die Zahl der potenziellen Kontakte ist groß und das Kennenlernen einfach. Besonders zu Beginn seines Studiums lernt man leicht Leute kennen, seien es die Kommilitonen oder die Dozenten. Doch es ist nicht die Zahl der Kontakte, die ein gutes Netzwerk ausmacht, sondern die Qualität. Deswegen ist es immer hilfreich klare Ziele zu haben: Wo möchte ich später beruflich hin? Welche Eigenschaften brauche ich dafür? Wer kann mir dabei helfen? Das hört sich vielleicht etwas berechnend an, aber natürlich geht es nur um das berufliche Netzwerk. Freundschaften mit Leuten, die die Karriere nicht voranbringen, sollte es natürlich auch noch geben.

Nicht nur Visitenkarten sammeln

Mit dieser Regel im Hinterkopf kann man sich auf Kontaktsuche begeben. Dabei ist es wichtig, sich zu jedem neuen Kontakt ein paar Notizen zu machen. Woher kennt man diese Person? Wo arbeitet sie? Worüber hat man bei der letzten Begegnung gesprochen? Das hilft, die nächste Kontaktaufnahme zu erleichtern. Denn die Visitenkarte zu haben oder auf Xing vernetzt zu sein, reicht nicht aus. Man muss die Kontakte auch pflegen. Experten raten, spätestens drei Tage nach der ersten Kontaktaufnahme nochmal mit der Person in Verbindung zu treten, sei es per Mail, Brief oder Telefon. So kann man an die gemeinsame Unterhaltung erinnern und zeigen, dass man froh ist, sich getroffen zu haben.

Der größte Fehler, den man beim Netzwerken begehen kann, ist einseitig zu sein. Das soll heißen: Wer immer nur auf Kontakte zurückgreift, wenn er etwas braucht, der macht sich schnell unbeliebt. Deswegen sollte man seinem Gegenüber gleich vermitteln, wie man ihm helfen kann. Das kann ganz simpel sein, indem man seinen neuen Kontakt beispielsweise mit einem anderen Kontakt zusammenbringt. Davon profitieren letztendlich alle drei.

Ein Glas Orangensaft zum Einstieg

Kontakte zu machen ist aber nicht immer so einfach. Auf Tagungen oder Fachmessen sind zwar viele interessante und wichtige Menschen unterwegs, die Ansprache ist aber für viele ein Problem. Experten raten dazu, immer einen Bezugspunkt zu suchen und mit Smalltalk einzusteigen. „Halten Sie Ausschau nach Merkmalen, die einen möglichen Gesprächsaufhänger bilden“, rät der Rhetorik-Trainer Ingo Vogel. Stehen bei einem Kongress in der Pause beispielsweise mehrere Leute zusammen, hilft es, sich beispielsweise ihre Getränke anzuschauen. Trinken alle Sekt und einer Orangensaft, kann das ein Aufhänger sein. „Endlich sehe ich jemanden, der keinen Sekt trinkt. Wo bekomme ich so einen leckeren Orangensaft?“ – und schon ist man drin im Smalltalk, so Vogel.

Wenn man schon weiß, auf wen man stoßen könnte, hilft es auch, sich über die Person schlau zu machen und gemeinsame Interessen zu finden. Mag man den gleichen Fußballverein oder hat man an der gleichen Uni studiert? Das sind mögliche Gesprächsthemen, die dem Gesprächspartner vermitteln, dass man etwas gemeinsam hat. So wirkt man unterschwellig sympathisch. Ähnliches gilt übrigens, wenn man die Körpersprache des anderen nachahmt.

Noch mehr Tipps, wie ihr erfolgreich netzwerkt, findet ihr auch in der Karrierebibel. Und wenn ihr lernen wollt, wie man richtig Smalltalk führt, dann haben wir auch was für euch im Angebot.