Jura lernen mit Mind-Maps

Mind-Mapping ist eine kreative und effektive Lernmethode, die sich auch für das Jurastudium eignet. Ich werde sie hier kurz vorstellen, Hinweise zur Vertiefung und Beispiele geben, wie sie für das Jurastudium fruchtbar gemacht werden kann.

I. Was ist Mind-Mapping?

Mind-Mapping ist eine Lerntechnik, die durch ihre besondere Struktur und Visualisierung dem gehirngerechten Denken entspricht. Das Gehirn denkt nicht linear, sondern radial. Ganz anders also, als Wissen in Büchern dargestellt und vermittelt wird.

Im Zentrum der Map steht das Thema. Dies kann eine Vorschrift (z.B. § 242 StGB), ein Themengebiet (z.B. „Widerruf im BGB“) oder auch ein ganzes Rechtsgebiet sein. Darum ranken sich mehrere (mind. drei, max. sieben, idealerweise fünf) Äste. Auf den Ästen stehen Oberbegriffe zum Thema. Von diesen aus ranken weitere Äste mit Unterbegriffen und schließlich Detailwissen.

II. Die Vorteile von Mind-Mapping

Durch Verwendung kurzer Stichwörter auf den einzelnen Ästen konzentriert man sich auf das Wesentliche. Es bleibt Raum für eigene weitere Ideen, die Map kann nicht stumpf gelesen, sondern muss erarbeitet werden. Weiter verdeutlichen Mind-Maps die Struktur eines Themas. Dies erleichtert das Verständnis und fördert zudem die Erinnerung. Letztlich erleichtern und beschleunigen sie das Wiederholen des Stoffes. Statt eines Lehrbuchs mit hunderten von Seiten müssen nur einige Maps wiederholt werden.

III. Mind-Mapping richtig nutzen

Ein paar Grundregeln sollten beachtet werden:

  1. Die Baumstruktur einhalten
  2. Möglichst wenige zentrale Begriffe nutzen. Sätze vermeiden.
  3. Zeichne Bilder, nutze viele Farben – Mind-Maps sollten so bunt und kreativ wie nur möglich sein um in Erinnerung zu bleiben. Für juristische Themen eignen sich folgende Symbole. Mit diesem Grundgerüst lassen sich fast alle Rechtsgebiete und Vorschriften erfassen:

[aus Malkus, MLR (Marburg Law Review) 2010, 1, 4.]

Ansonsten gilt: Probiere es einfach aus! Zeichne einen strafrechtlichen Tatbestand deiner Wahl als Mind-Map. 

Mind-Maps lassen sich mit der Software MindManager 8 von Mindjet auch leicht am Computer erstellen. Vorteilhaft ist, dass die Maps leichter gelesen und verändert werden können. Auch lassen sich schöne Bilder und Links einfügen. Demgegenüber sind bei handgezeichneten Maps der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

IV. Links

1. Allgemeines

- weitere Infos und Links zum Thema finden sich im jurawiki.

2. Jura Mind-Maps

- Mind-Maps zum Strafrecht und zum Verwaltungsrecht von mir und Roger Pierenkemper können hier kostenlos heruntergeladen werden.

- weitere Beispiele finden sich auf der Homepage des Verlags Grüning.

- Online-Maps bei Juralib.

3. Mapping-Software

um eigene Maps mit dem Computer zu erstellen eignen sich diese beiden kostenpflichtigen Programme. Beide können aber ca. einen Monat kostenlos getestet werden:

- Mindmanager von Mindjet

- iMindMap von ThinkBuzan

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