eTrends: AOL kauft Huffington Post & neue Umfrage zu digitaler Mundpropaganda

Es gibt mal wieder spannende Neuigkeiten zum Wochenbeginn. Mit Football haben beide Meldungen allerdings nur gemeinsam, dass es auch hier um  Wettbewerb und Gewinne geht.

Beginnen wir mit den Gewinnern. Eine der mächtigsten Frauen der amerikanischen Medienlandschaft, Arianna Huffington, wird demnächst vor allem noch mächtiger und reicher. Verantwortlich dafür zeichnet der amerikaniche Onlinedienst AOL Inc., der laut Medienberichten 315 Mio. $(!!!) für das Bloglomerat Huffington Post ausgeben wird.

Aber es kommt noch besser für die ehemalige Politikerin. Durch diesen unglaublichen Deal wird Huffington mit einem Schlag zur Herrin über den Content aller Inhaltsanbieter, durch deren Zukauf sich AOL vor der völligen Irrelevanz zu retten versucht die sich mittlerweile unter dem Dach von AOL tummeln. Diese Grafik vom Basic Thinking Blog stellt die schwarmartige “Content Farm” recht übersichtlich dar.

Wie man sehen kann, ist Huffington damit bald auch die personifizierte Schlussredaktion für die beliebten (und auch von mir hochgeschätzten) Blogs/Plattformen TechCrunch und engadget. Die Erstgenannten freuen sich auch schon so richtig, richtig dolle auf ihre neue Chefin. Die nächsten Monate werden dann auch zeigen, ob sich dieser neue Einkauf in die Welt der Lebenden für AOL ausgezahlt hat oder ob es eben doch nur wieder ein kurzes Hoch vor (und nach) einem langen Tief war.

Die andere Meldung bezieht sich auf eine Studie zum Thema “Digitale Mundpropaganda”, die kürzlich von der trnd AG, einer Word-of-Mouth Marketingplattform, durchgeführt wurde. Die Studie kommt  (kurz gesagt) zu dem Ergebnis, dass Social Media Aktivitäten im Konsumbereich noch längst nicht den Stellenwert haben, um traditionelle Offline Mundpropaganda zu ersetzen.

Wer das jemals behauptet hat, weiß ich allerdings auch nicht. Die Ergebnisse der Studie sind in jedem Fall nicht uninteressant und bei 30.000 Befragten sicherlich auch von einer gewissen Relevanz. Überraschungen bleiben irgendwie trotzdem aus. Aber macht euch doch bitte selber ein Bild davon. Zu den Ergebnissen der Studie (in pdf-Form) geht es HIER! Außerdem hat Martin Oetting, Gesellschafter und Leiter Forschung bei trnd, einen recht ausführlichen Blogeintrag zu der Studie verfasst.

Fotos: Wikipedia, Basic Thinking Blog & trnd

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  • http://www.lecturio.de Sebastian

    Danke für die Korrektur, Herr Peters. Der Name Eileen schwirrte mir im Kopf herum, weil ich kurz zuvor einen Artikel von der Huffington Post-Autorin Eileen Read gelesen hatte…

    Ein paar Gedanken zu Ihren Anmerkungen: Das die meisten Gastautoren kein Geld bekommen ist wahr. Hier schreibt sich übrigens eine ehem. HuffPo-Autorin ihren Frust darüber von der Seele. Was die politische Einstellung von Frau Huffington angeht, so ist diese sicherlich etwas komplexer als das. Immerhin hat sie auch Jon Stewarts “Rally to Restore Sanity and/or Fear” unterstützt und auch Obama war schon Gastautor. Auch hier kann man (oder muss man) ihr natürlich Kalkül unterstellen, aber ob es sich deswegen gleich um eine konservative Unterwanderung des amerikanischen Liberalismus handelt, wage ich zu bezweifeln. Zumal es sich dabei ja um parteiübergreifende Ideen handelt und sie außerdem nicht für alle 3000 Autoren sprechen kann.

    Beim Thema Zentralisierung stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Das ist in jedem Fall gefährlich..

  • http://www.edaktik.de Luka Peters

    Huffington mal wieder, ah! (Sie heißt übrigens Arianna, nicht Eileen.)
    Die Autoren und Autorinnen der Huff Post werden nicht bezahlt; Frau Huffington hat schon eine Plagiatsklage hinter sich, die auf dubiose Weise mittels Geld beigelegt wurde; sie ist eine ausgewiesene Konservative, die es dennoch geschafft hat, für die Huffington Post einen Platz in den Herzen (und Hirnen) vieler Liberaler zu ergattern. Vielleicht sagt das aber auch einiges über “Liberalität” aus …
    Und nun: AOL. Always OnLine – immer auf dem Schlauch ;-)

    Die Zentralisierung von Medienmacht, das wissen wir aus vielen Beispielen, ist kein der Meinungsfreiheit und -vielfalt förderlicher Vorgang. Das die Leute von TechCrunch selber erst durch eine Pressemitteilung von der Akquirierung und ihrem neuen Boss erfahren haben, ist ein typisches Symptom solcher Vorgänge. Im Grunde erleben wir hier eine “Berlusconisierung” der Online-Medienwelt (vgl. http://www.monde-diplomatique.de/pm/2011/01/14.mondeText1.artikel,a0036.idx,8)